Mittelschulen.

Mittelschulen.

Beitragvon Atgmobil » Mi 5. Feb 2014, 20:41

Sagt man nun Mittelschulen, sagte man früher Hauptschule, ältere mitmenschen sprechen oft von Volksschulen.
Im Bestand befinden sich zur Zeit zwei in Landsberg. Die Schloßbergschule und die (noch) Fritz Beck Schule ( ex Weststadtschule ).

Die eine im Osten auf dem Platz des "Schlosses", mit Sanierungsbedarf und nach Verlust eines Nachbargebäudes etwas einsam. Kein direkter Zugang für die Busse also heißt es für alle zumindest ein stück laufen.
Die andere im Westen, beim Schulzentrum. Rundum eingekreist durch Bebauung jetzt, einen Trakt verloren, ebenfalls Sanierungsbedarf. Busse können in der Nähe halten; ein Sportzentrum ist Schnell erreichbar; sie deckt die westliche Seite des Lechs gut ab.

Legt man beide zusammen verändert sich die Landschaft.
Die Schullandschaft wandert dann bei weiterführenden Schulen größtenteils in ein grosses Schulzentrum im Westen und die Beruflichen Schulen im Osten, dazwischen ein IKG am Lech. Eine Sprengeländerung mag einige Schüler von Landsberg weg führen.
Die Gebäudelandschaft verändert sich signifikant wenn die Schloßbergschule umzieht, der Platz auf dem Berg ist bestimmend für die Ansicht von Westen her.
Nachnutzungen sind im Gespräch, zB Hotel , aber endgültig scheint nichts.
Die Schulweglandschaft ändert sich auch ein wenig. Schüler aus vielen Teilen Landsbergs kommen dann zusammen. Allerdings schickt man einige über die Querhindernisse der Stadt damit, den Hang, den Fluss, etc. Hier ist davon auszugehen das die meisten Schüler mit dem Bus fahren werden wenn es nur eine Schule gibt. Eine die sehr westlich liegt nur wenige Meter bis zum Krankenhaus am Rande der Stadt.

Dabei wäre die Hauptfrage: was wollen Eltern, Schüler, Schulleiter und Lehrkräfte ?
Von Seiten der Stadt scheint das Planen das Hauptziel, Groß Planen; Teuer Planen; Wettbewerbe, gelegenheiten den "Bauherrn" zu geben...
Im gesamtkonzept ist eine Neubebauung des Schloßbergs schon im ISEK enthalten. Sogar die Ausgestellten Pläne zeigten ansätze aus den Konzepten.

Aber wirklich offen und ehrlich diskutiert wurde kaum etwas.

Wollen wir zwei Schulen? wollen wir eine ? Was darf es insgesamt kosten / was können wir bezahlen ? Was wird aus den bestehenden Gebäuden ?

Eigentlich am sinnvolsten begänne man mit einem Kostenrahmen. Vergleicht die Möglichkeiten mit den Erfordernissen der Schule/n, gleicht sie ab.
Nimmt die "betroffenen" mit. Bewertet die langfristigen Auswirkungen von Verlagerungen in außermittige Positionen, die Wirkung von Änderungen auf Schüler die nicht mehr nach Landsberg kommen. Konzentriert sich auf das wesentliche.
Atgmobil
 
Beiträge: 9
Registriert: Fr 3. Jan 2014, 19:47

Re: Mittelschulen.

Beitragvon andreastguldner » So 23. Feb 2014, 17:45

Weitere Informationen zum Thema Mittelschulen in Landsberg leifert die Stadt:

http://www.landsberg.de/web.nsf/id/pa_lans9g9jnc.html
auf ihrer Seite : http://landsberg.de/

Leider nicht alles vollständig ( Arbeitsblatt zur Fahrt nach SMÜ zB ) und etwas mehr vom Aspekt €€€ hätte es schon sein dürfen.
Manches auch sehr schwammig...


Außerdem zu beachten das schon im "Entw.schlussbericht120618" auf Seite 2 ( ISEK , PDF ) von "neuen Einrichtungen auf dem Schloßberg" die Rede ist.
Was die wohl sein mögen? Die hälfte einer zusammengelegten Mittelschule ? Ein Hotel ?
Nun, auch der "zwischenbericht zum einzelhandelskonzept" ( ISEK , PDF ) spricht von nachnutzungen des Schloßbergs.
Das heißt die Sache ist schon ausgemacht ? Alles bereits festgelegt? Ohne zu wissen wieviel wir alle dafür zahlen dürfen ?
andreastguldner
Administrator
 
Beiträge: 106
Registriert: Fr 3. Jan 2014, 09:41
Wohnort: Landsberg

Re: Mittelschulen.

Beitragvon andreastguldner » Sa 3. Mai 2014, 16:15

Die fortführung des Themas Mittelschule / oder Schulen? in Landsberg findet im Mai statt.

Die Stadt bietet dazu zwei Veranstaltungen auf, eine zur Pädagogik und eine zum baulichen Teil. Näheres hier:
http://www.landsberg.de/web.nsf/id/li_lans9jmht3.html

Bekannt ist das Mittelschulen Aufgabe und "Last" der Stadt sind. Auch wenn teilweise zugeschossen wird, wenn die allseits beliebten Fördermittel abgerufen,
( wobei Mittel ja immer eine Quelle haben die kein geheimer Dukatenesel/Gans die Goldne Eier legt / etc pp ist . )
bleibt doch ein nicht zu unterschätzender Teil bei der Stadt. Es ist dadurch möglich das entsprechend erhebliche Mittel eingesetzt werden müssen und damit ein beachtlicher Teil der finanziellen Möglichkeiten Landsbergs der kommenden Jahre im Schulwesen gebunden wird.

Natürlich müssen die jungen Menschen deren Ausbildung an den Schulen hängt uns allen etwas Wert sein.
Die Frage ist nur: wieso wurschtelt man mit aufgeschobenen Unterhaltsleistungen und reichlich unwillig herum ?
Sollte etwas das wichtig ist nicht die entsprechende Aufmerksamkeit und damit den zustehenden Teil der Mittel erhalten?
Oder übersah man die Schulform Mittelschule, hoffte der Trend würde den Bedarf so weit senken das man "billig" davon käme?
Ist der Traum vom gestalten, vom Neu Bauen; so zugkräftig und saugt die Gedanken der Verantwortlichen ein das die Erhaltung von Bestand einfach verblasst dagegen ?

Tatsache ist das zwei bestehende Mittelschulen kaum als besonders bedacht bezeichnet werden können. Aufwendungen erfolgten eher zögernd. Abgerissen wurde schnell. Neue Pläne hingegen forderte man ohne wirkliche Eingrenzung an. Nach dem Motto: "was kostet die Welt" .....während gleichzeitig bei sanierungsbedürftigen (Schul) Turnhallen die Hoffnung auf einer Übernahme durch den Landkreis ruht.

Versteht jemand so eine Vorgehensweise?
Wirkt das Verantwortungsbewusst ? Sprunghaft ? Planlos ?

Wir werden es bald sehen.
Mai 2014.
andreastguldner
Administrator
 
Beiträge: 106
Registriert: Fr 3. Jan 2014, 09:41
Wohnort: Landsberg

Re: Mittelschulen.

Beitragvon andreastguldner » Mi 14. Mai 2014, 19:31

Die zweite Veranstaltung in der Aula der ex-Weststadt - ex Fritz Beck Schule am Dienstag sollte neue Erkenntnisse bringen.
Erhofft war das beim Blick auf die Zahlen mit den Anwesenden Vertretern von Stadt, Planern und dem Publikum etwas mehr Licht ins Dunkel käme.

Der Begrüßung durch den OB folgte der Vortrag zu der demografischen Entwicklung. Herr Schramm von Planwerk trug die auch als PDF abrufbare studie vor.
Glücklicherweise war er recht zügig unterwegs, eine kurze Vorstellung, ein Überblick über das abgelieferte Material und nur 30 Min verbraucht.
Mit Zahlen von 2011, beginnend bei der Bevölkerungsentwicklung und daraus abgeleitet den Grundschülern, daraus wiederum die Mittelschüler berechnet; sah soweit alles nicht ungewöhnlich aus.
Wobei allerdings von ständigen Wachstum Landsbergs ausgegangen wird. Wobei ein ständiger Ansehensmangel und damit der kleinere Anteil am Kuchen Schülerpotential vorausgesetzt wird. Wobei eine Bebauung aller bebaubaren Plätze und generell nur Landsberg selbst als Quelle für Schüler gesehen wird.
Da können Meinungen auseinandergehen. Mancher sieht zu wenig verläßlichkeit in Prognosen , andere finden die Arbeit könne verbessert werden.
Ist aber nicht unbedingt ein Beinbruch.

Die Annahmen wie vorgetragen sind:
  • Quadrameter pro Kopf steigt an. Mehr Wohnraum pro Person kann größere Wohneinheiten bedeuten oder nur weniger Personen im selben Raum.
  • Haushaltsgröße sinkt. Das geht schon eindeutig in Richtung weniger Personen im gleichen Raum.
  • Wachstum durch Wanderung. Das heißt wir wachsen durch zuzug. Dann kommts auf die Art der zuzügler an, ob da potentielle Mittelschüler mitkommen..
  • Zeitraum 10 Jahre. Zuwachs ca 3.000 Personen. Leider keine Aussage wer da kommt.

Schulstandorte haben wir zwei:

Ost: Schloßberg. Pool an Grundschülern könnte 20% steigen.
West: Fritz Beck. Pool an Grundschülern sinkt im Westen und in Erpfting, steigt im Süden etwas.

Der Vorschlag dazu war den Sprengel im Westen zu ändern und Erpfting zu schließen. Ost würde bleiben. Das stabiliesiert die Grundschulen bedeutet für die Mittelschulsituation aber noch wenig. Weil diese aus dem Gesamtpool schöpfen und der umfasst ganz Landsberg plus ein paar Umlandgemeinden.

Ost: Schloßberg. Zahl der Mittelschüler könnte um 20% fallen, hat aber ein Potential um 15% zu gewinnen. Mögliche konversionsflächen FH Penzing...
West: Fritz Beck. Zahl der Mittelschüler fällt wahrscheinlich. Auf - 25%. Kaum Umlandgemeinden im Westen die auffüllen könnten. Zudem relativ zugebaut.

Es ist die Frage zu stellen ob im Westen die Mittelschule richtig positioniert ist als Einzelmodell oder ob die duo-Lösung mehr bietet.
Was fehlte war die Darstellung der Lage im Landkreis und das Thema Versorgung von Nachbargemeinden mit Leistungen zB Mittelschule.
Vom Entwicklungspotential her kann der Osten wichtig werden. Dort liegt Müchen, der hauptlieferant für zuzug.
andreastguldner
Administrator
 
Beiträge: 106
Registriert: Fr 3. Jan 2014, 09:41
Wohnort: Landsberg

Re: Mittelschulen.

Beitragvon andreastguldner » So 18. Mai 2014, 13:07

Zum zweiten Teil der Veranstaltung muss man eigentlich sagen, die Moderation hatte zu tun.
Erstsens zeigte sich warum es keine gute Idee ist dasselbe Bürö mit Machbarkeit, Kosten und Kosten für Alternativen zu beauftragen. Der Vortrag bestand aus viel Zeit für die Vorstellung, die selbstdarstellung inklusive gewonnener Preise etc PP und kaum lesbaren Informationen zur Grundlage für die Kostenermittlung.
Im Gegensatz zum Herrn von Planwerk war da zuviel "Leergut" enthalten.
Eine kurze Vorstellung hätte gereicht. Hinweise zum selbstnachlesen auch. Wollte denn wirklich jemand genau wissen wie die Formulare aussehen die ausgefüllt wurden bei der Kostenermittlung? Ich vermute ein Beispiel wäre ausreichend gewesen.
Dafür standen die besonders erwarteten Informationen ganz am Ende.

Auf schwerlich im zusammenhang zu sehenden darstellungen fanden sich einige Zahlen zu den Kosten. Das ständig herumgeschobene Projektionen die nur Ausschnitte zeigen wenig hilfreich sind dürfte jedem klar sein. Ausdrucke herumgehen zu lassen traute man sich wahrscheinlich nicht. Der Stadtrat bekommt hoffentlich bessere Unterlagen zu sehen.

Eingeteilt war die Aufstellung in vier Typen:

Variante A entsprach dem Wettbewerb Platz 1.
Variante B entsprach dem Wettbewerb mit einsparungen bei der Fassade.
Variante C entsprach dem Wettbewerb ohne den Altbau der Weststadtschule unter annahme eines Ersatzes in 10 Jahren.
Variante X entspricht der Sanierung beider Standorte mit Ersatz des Flachbaues im Osten und Ersatz der Container im Westen.

Insgesamt standen dann die Baukosten und die Betriebskosten innerhalb 10 Jahren als Summen ganz oben.

Für Variante A - C wurden Energiekosten zwischen 3,5 bis 3,9 berechnet, Variante X lag bei 4,1.
Zusammen mit den Baukosten ergab das dann folgendes Bild:

Variante A = 24,1 Mio €
Variante B = 21 Mio €
Variante C = 17,9 Mio €
Variante X = 24,3 Mio €
( hunderttausender auf-abgerundet.)

Unter der Annahme das ca 40% in manchen Fällen aus anderen Steuermitteln ( Fördergelder ) kommen könnten, bleiben ~ 8,5 bis 12 Mio € an der Stadt hängen. Wobei dann aber bei A - C keine Kosten für die Nachfolge auf dem Schloßberg enthalten sind und bei C auch nichts zum weiteren Vorgehen für den Altbau der Weststadtschule enthalten ist. Das heißt im Schnitt kann daher sehr wohl von ca 20 Mio an reinen Baukosten ausgegangen werden.

Haben wir irgendwo 12 Mio rumliegen ? Nimmt einer der so laut " jetzt bauen " rief einen Privatkredit über 10 Mio auf und stellt ihn zinslos der Stadt zur Verfügung ? :?

Die Bauzeit soll 2,5 bis 3,5 Jahre betragen.

Gelernt haben wir aus dem Informationstag hoffentlich:
- das ein Planungswettbewerb eingeleitet,
- das der wettbewerbsgewinner ausgestellt,
- das ein Büro sich selbst und Alternativen dazu prüfen soll...
- das die großen Sprüche wie da etwas billiger werden wird und keine 20 Mio so wohl nicht erfüllbar sind
- das es eigentlich zu einfach ist dem Stadtrat einen Wettbewerb "zu verkaufen" und automatismen zu erzeugen.

Nun sollte man meinen das es bei der Bewertung zB des Schloßbergs entsprechend gewichtige Punkte gab die einen Anlaß für die hohen Kosten gaben.
Als ( übliche Verdächtige bei Altbauten ) besonders angeführt und auch bildlich dargestellt bekam der Besucher dreierlei.

1) Brandschutz.
Es muß da irgendeine Bessessenheit mit dem Brandschutz geben. Überall wirft man den älteren Bauwerken ihn vor. Obwohl oft Bestandsschutz gilt.
2) Barrierefreiheit.
Eigentlich keine schlechte Idee, bis man realisiert das der Altbestand an Gebäuden logischerweise keine zum Zeitpunkt der Errichtung unbekannten oder unüblichen Aufzüge enthält und daher so gut wie jedes nicht ganz taufrische Bauwerk automatisch kaum barrierefrei ist.
3) Energetische Sanierung / ENEV & co.
Sicher kann nur neues dem neuesten entsprechen, vor allem wenn es das Ziel der ständigen Neufassung ist Bedarf zu erzeugen. Hört sich gemein an..
Ist aber leider wahr. Ob Altbauten mit dreistelligen Lebensaltern wirklich per herumgebastel verhunzt werden müssen lasse ich mal außen vor.
Viel problematischer ist das Ergebnis der Machbarkeitsstudie. Viel ausgeben, um hauptsächlich Energie aber wenig Kosten einzusparen.


Nachdem ein genaues Erkennen der einzelposten ja durch die Präsentation eher unwahrscheinlich wurde, stellt sich das Problem ob man hier nicht Sparmöglichkeiten verschenkt. Möglichkeiten die für die eigentlichen Bildungsinteressen der Schüler und des Lehrkörpers vielleicht kaum ins Gewicht fallen würden aber indem sie die Finanzierbarkeit verbessern die Wartezeit auf verbesserungen verkürzen könnten.

Wirklich Schade das man beim Geld nicht den Mut hat mit offenen Karten zu spielen.
andreastguldner
Administrator
 
Beiträge: 106
Registriert: Fr 3. Jan 2014, 09:41
Wohnort: Landsberg


Zurück zu Bildung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron